Leichtsinnig oder mutig?

Die erste Offline-Fortbildung nach Monaten vor dem Bildschirm, der uns alle auf Briefmarkengröße schrumpfte.
Digital ist ja  ganz nett, aber gegen analog fällt es doch weit ab.
Warum?
Weil die Spontaneität fehlt, das Überraschende.

Wer Digitalität für das neue Gelobte Land hält, sitzt einer Fata Morgana auf.
Wir brauchen Begegnung!

So trafen wir uns also im Sachsenhain zu unserem 3. Modul des JAK (Jugendarbeit konkret).
Wir waren gespannt. Wie würde es werden?
Am 2. Abend kam eine Teilnehmerin auf mich zu. „Ich mache gerade eine kleine persönliche Umfrage. Mutig oder leichtsinnig? Du musst dich entscheiden.“

Ich überlegte.
Mutig ist, wer die Konsequenzen des eigenen Handelns überblicken kann und sich ihnen stellt, besonders, wenn es schwierig wird.
Leichtsinnig ist, wer mehr oder weniger unbedarft in eine Situation hineinstolpert, um anschließend die Folgen auszubaden.
Ich wusste, wie ich mich zu entscheiden hatte.
„Und?“ fragte sie.
„Ganz klar,“ sagte ich, „leichtsinnig“ und musste an eine Kanufahrt bei auffrischendem Wind denken.

Aber auch ein Bruder Leichtfuß kann hin und wieder mutig sein.

Dass wir 5 Tage gemeinsam gelernt, diskutiert, nachgedacht, gefeiert, gebetet und gelacht haben, war nicht leichtsinnig.
Wir haben Vorkehren getroffen, Hygienevorschriften befolgt, Abstand gehalten und trotzdem eine besondere Form von Nähe geschaffen.
Bedenken gab es, doch die konnten wir am Ende ausräumen.

Mutig?
Vielleicht. Auf jeden Fall gut durchdacht. Wir wussten, was wir taten.

Gebt euch einen Ruck, wann immer ihr zögert.
Leichtsinn hat in der Jugendarbeit keinen Platz.
Mut um so mehr!

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