Überraschung

Meine Frau kommt ins Zimmer und fragt, ob ich eine S. kenne. Sie hat einen Brief in der Hand mit einer lustigen Adressierung. Name meiner Frau, darunter „ – für Wolfgang –„, dann folgt die Adresse.

Neugierig öffne ich den großen Umschlag, aus dem gleich zwei Briefe herauspurzeln. Einer wendet sich an meine Frau und erklärt, warum die Adresse so geschrieben worden ist. Der andere ist für mich und beginnt wie folgt: „Wie schön, dass Dich mein Brief erreicht hat.“

Mir geht das Herz auf!

Ein Brief ist keine Mail. Es ist nicht einfach nur der Inhalt, der von Bedeutung ist. Das Briefpapier z.B. oder die kleinen Zeichnungen am Rande. Und der Schwung der Schrift, so vieles, das mehr über die Person verrät als jeder Satz.
Ich bin berührt und denke ‚was für eine Überraschung!‘

Der Brief muss länger unterwegs gewesen sein, denn er erzählt (auch) von Ostern.
Vorn ist ein Altarbild aufgeklebt mit einem Zitat aus dem Matthäusevangelium:
„Er ist auferstanden!“ (Mt. 20,6b

Das kann einem auf vielerlei Weise gesagt werden,  aber kaum bewegender als durch einen Brief.

Ich nehme mir vor, nun selber jemanden zu überraschen.

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