Wichtig – weniger wichtig

Eigentlich seltsam, dass eine Person oder Gruppe, die für einen bestimmten Bereich verantwortlich ist, Leitung genannt wird. Man denkt unwillkürlich an Telegrafenmasten, die unschön in der Landschaft herumstehen.  Oder an Rohre, an Kanalisation. Da wird manches durchgespült, in das man nicht reintreten möchte.

Hut ab vor denen, die sich so etwas freiwillig antun.

Das meine ich ehrlich!
Irgendjemand muss ja diesen Sch…job erledigen. Es hat ein bißchen etwas von Märtyrertum.

Solche Leitungen spülen nicht durch, sie entscheiden.

Im Augenblick haben sie eine Menge an Entscheidungen zu fällen. Fällen erinnert mich an Bäume umlegen, an Kahlschlag.

Man kann der Falle des Fällens möglicherweise entkommen, indem man empfiehlt.
So wird nun überall ganz viel empfohlen.

Naja, fast überall.

Die Politik bleibt beim Dirigieren, allerdings so wild und bunt, dass die Kapellen alle Punk spielen.

Ansonsten gilt: entscheidest du noch oder empfiehlst du schon?

Empfehlen ist gut, weil man einen Freiraum erhält, selbst zu bestimmen, was möglich ist.
Auch in unserem Bereich sind Empfehlungen veröffentlicht worden.
Zur Konfirmandenarbeit zum Beispiel. Das ist gut so, weil die Ungewissheit damit ein Stück weit beseitigt ist.
Es kann also losgehen.
Endlich!

Empfohlen wird, die Konfirmationen zu verschieben.
Ja, das ist sinnvoll.
Notwendig sei, über die Zeit bis zur Konfirmation intensiven Kontakt zu den Konfirmandinnen und Konfirmanden zu halten.

Wäre das nicht jetzt der Auftritt der Jugendarbeit? Könnte sie nicht mit dem Konfir eine  spannende Allianz eingehen und weiterführen, was im Konfir eben nicht möglich ist?
Wenn erst im nächsten Jahr gefeiert werden kann und die Konfi-Zeit eigentlich zu Ende ist, fällt mir keine bessere Möglichkeit ein, Kontakt zu halten als durch die Jugendarbeit.

Jetzt müsste man einen Blick in die Handlungsempfehlungen für die Jugendarbeit werfen. Aber dieser Wurf geht ins Leere. Es gibt sie nämlich nicht – die Empfehlungen, meine ich.
Seltsam!

Bis sie erscheinen, werde ich mir weiterhin meinen Trinkbecher mit den Kolleg*innen teilen und auf Ghetto-Ghetto-Umarmungen nicht verzichten.

Darauf die Bussi-Faust. Ehrenwort!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.