Ein Gebet

Mein Gott,
steh mir bei!
Der Grund unter mir
ist brüchig geworden,
meine Füße suchen nach Halt,
so viel Vertrautes,
das mir fremd geworden ist,
ich verliere die Orientierung.
Wer bin ich?
Weiß ich das noch?
Wusste ich das je? 

Mein Gott,
Du stehst mir bei!
Du bist mein Grund,
in deinem Schatten finden meine Füße
den Halt, den sie brauchen.
Du bist mein Vertrauter,
ich kenne meinen Weg,
du weißt, wer ich bin,
und ich habe manchmal
zumindest eine Ahnung von mir,
das ist genug.

Mein Gott,
öffne mein Herz,
damit ich nicht pausenlos um mich kreise,
sondern wache Augen habe
für die Menschen, die mir begegnen.
Schenke mir Mut und Kraft,
dass ich nicht wegsehe,
wo ich hinsehen muss.
Mach mich zu einem deiner Funken.
Lass mich das Leben lieben
und niemals etwas ohne Liebe tun.

Alle schwitzen, manche schwatzen

Ja, es ist heiß, wirklich heiß, und das lässt sich nicht Petrus zuschreiben oder einer Laune der Natur. Schuld ist auch nicht nur der Bossa Nova (ich bitte um Vergebung für diesen niveaubarrierefreien Witz, den ohnehin nur ältere Semester verstehen), sondern, na, wer wohl, richtig: der Klimawandel.

Dort, wo es kalt sein sollte, ist es noch heißer als bei uns: 38 Grad wurden im sibirischen Werchojansk gemessen, normalerweise die kälteste Stadt der Erde.

Aber solange die Nordsee nicht in Hannovers Marktkirche dem Bischof übers Schuhwerk schwappt oder das Steinhuder Meer überflutet, bleibt die Bedrohung ungreifbar. Dabei ist Corona ein Kindergeburtstag dagegen.
Anscheinend sind wir nicht imstande, uns Gefahren vorzustellen, wenn wir sie nicht direkt spüren.
Das ist so etwas wie ein anthropologischer Defekt. Wir sind extrem gefahrenkurzsichtig. Da hilft auch Brille F. nicht weiter.

Und unsere Politiker*innen und Wirtschaftsleute haben zwar ihre Sprache verändert, aber nicht den Kurs. Bundeswirtschaftsminister Peter Altmeier hat vor wenigen Tagen in der Klimaschutzpolitik Versäumnisse eingeräumt. Nun aber, bis 2050 soll sich alles zum Guten wenden.
Logo!
Das glauben wir dem Peter nun mal
so ganz und gar nicht!

Allerorten spielen unsere politischen und wirtschaftlichen DJs die Beschwichtigungsplatte, die in ihren Ohren einfach hitverdächtig zu klingen scheint. Mehr haben sie ja auch nicht auf Lager.
Also backen sie die immergleiche Version zusammen, pinseln eine schicke Lasur drauf und bringen das Ganze dann in Umlauf.
„Wir streben die CO2-Neutralität bis 2030 an…Ach, nee doch nicht, Versprecher, wir meinten 2050…Also, ähem, bis 2100 ganz bestimmt.“
Und so geht das im einlullenden Promise-Sound in einem fort.

Ich denke, es wird Zeit, etwas klarzustellen:

Wir schwitzen, und das ist verdammt beunruhigend.
Wir machen uns Sorgen.
Da braucht es keine Leute, die von grüner Zukunft schwatzen.

Spart euch die Mühe.
Ihr überzeugt uns nicht.

Und unsere Stimme könnt ihr 2021 auch schon mal vergessen!
So wahr ich nicht Altmaier heiße.

Was die Landesregierung verhindern will: Volksbegehren für Artenschutz in Niedersachsen

Allmählich wird ihnen mulmig. Das Volksbegehren läuft, und das gefällt den Politiker*innen der rot-schwarzen Koalition ganz und gar nicht.
Sie wollen es verhindern, denn sie haben doch ganz toll mit den Landwirten verhandelt, und schon bald, morgen quasi, wird das alles umgesetzt, und dann kann die Natur mal so richtig aufatmen, und alles, alles wird so schön wie in der Honigreklame von Langnese.

Böser, böser NABU. Einerseits verhandelt er mit, andererseits treibt er das Volksbegehren voran. Das ist voll gemein und hinterhältig.

Kann man so sehen.
Muss man aber nicht!

Die Landesregierung agiert nach der Methode Klöckner: „Wir setzen auf Freiwilligkeit.“
Das ist so als ob ich einen Pyromanen in einer Munitionsfabrik beschäftige und mit ihm aushandele, dass er erklärt, niemals wieder etwas anzuzünden.

So ist das nämlich mit der Freiwilligkeit. Die Landwirte erklären, die Regierung lobt sich selbst, ein schickes Papier wird erstellt und mit viel Brimborium präsentiert.
Ja, und das war’s dann.

Hat sich schon je eine Biene beschwert? Oder ein Auerhahn?  Oder eine Wegwarte?
Na, bitte, dann ist doch alles in Butter.

Frei und willig sind ein eher unglückliches Paar, das selten etwas auf die Reihe bekommen hat.
Besser ist, wir unterschreiben alle und machen Landwirtschaft und Politik mal richtig Beine.

Zusammen. Nicht alleine.

Hier geht es zum Volksbegehren

Ein Sommergedicht

Die Wolken knittern heute nicht,
sie sind aus bügelfreier Watte,
sie segeln langsam aus der Sicht,
wohin, ist ihnen völlig latte.

Sie haben weder Ziel noch Plan,
sie haben schlicht nicht vor zu bleiben,
so fangen sie denn damit an
und lassen sich gemächlich treiben.

Sie machen das schon sehr gekonnt,
die weißen Himmelsvagabunden.
Am Ende sind sie ganz durchsonnt
ins Blaue los und bald verschwunden.



Road To Nowhere

Also, wir wissen, wohin wir gehen,
aber wir haben keine Ahnung, wo wir sind…


Wir sind auf dem Weg nach nirgends,
los, kommt mit uns mit..


Vielleicht fragst du dich, wo du bist,
mir ist’s egal…

Fassungslos sehe ich die Bilder vom Zug der Lemminge zum Brandenburger Tor und muss an einen  Song der Talking Heads denken, der inzwischen 35 Jahre alt ist: Road To Nowhere. Den sollte man dem Treck der Unverantwortlichen unterlegen.

Esoterisch Angehauchte, Reichsbürger*innen, Fundi-Christ*innen, Pegida-Leute, Nazis, Stuttgart21-Gegner, Partysüchtige, Verschwörungstheoretiker*innen, Antisemiten,  junge Familien, Reggae-Freund*innen – Wahnsinn kann so bunt sein!
Sie alle eint, dass Überzeugungen wichtiger sind als Fakten und die Welt eben so aussieht, wie sie sie sich vorstellen (eine Scheibe). 20000 Vollpfosten, die das Virus (das es ja gar nicht gibt) nun in ganz Deutschland verbreiten. Schuld sind dann natürlich nicht sie, sondern die Juden und Bill Gates und überhaupt alle, die selbst denken.

„Wir, wir, wir sind die 2. Welle“ lautete einer der Sprechchöre. Das ist vermutlich richtig! Denn die Coronaleugner*innen standen dicht an dicht, ohne Mundschutz, der in ihren Augen ein Instrument der Unterdrückung ist.
Ob sie das Virus immer noch für eine Erfindung halten, wenn es sie befallen hat?
„Wir, wir, wir sind die 2. Welle“ – das ist so abgrundtief dämlich und asozial, dass es einem die Sprache verschlägt.

Vom homo sapiens zum homo insanus (insanus = wahnsinnig) ist es anscheinend nur ein Schritt.

Der Weg nach Nirgends zieht Hirntote scheinbar magisch an. „Egal, wohin, Hauptsache, wir sind in Bewegung.“

Bei allem Entsetzen gibt es auch gute Nachrichten. Diese Karawane der Vollverblödeten Deutschlands mag zwar erschreckend aussehen, doch es sind nur 20000 gewesen. Das ist ein kleiner Ölfleck im Meer der Klugheit. Unschön, aber nicht mehr.

Achten wir darauf, dass er nicht größer wird.

Was ist mit der Zukunft los?

Ach, die Zukunft hat auch schon bessere Tage erlebt. Früher war es entschieden leichter mit ihr. Da galten noch Sätze wie: Heute ist das Morgen, über das du dich gestern aufgeregt hast.

Aber so einfach ist das nicht mehr.

Zum Glück gibt es die EKD (ich meine nicht die Lebensmittelkette. Die heißt ja EDEKA). Die hat sich jetzt der Zukunft angenommen, nicht insgesamt, sondern mit Blick auf die Kirche.
11 Leitsätze hat sie formuliert – auf 15 Seiten. Thomas Mann wird sich vor Neid im Grabe herumdrehen.  Da werden die Leitsätze für Lesende rasch zu Leidsätzen (Tut mir leid, der Kalauer musste sein), zumal über die Sprache auch eine kräftige Seenebelbank getrieben ist.

Doch im Ernst. Ich möchte euch das Ganze in Kürze übersetzen, lutherisch derb. Ein knapper Kommentar wird jeweils angefügt.

1. Thema Öffentlichkeit: Zukünftig wird die Kirche bei gesellschaftlichen Prozessen weitestgehend die Fresse halten.
Kommentar: Klar – wo Kirche gesellschaftlich auch so überpräsent ist, entfaltet Schweigen eine besondere Wirkung.

2. Thema Frömmigkeit: Fromm ist, wer was weiß und das an die Ahnungslosen weitergibt.
Kommentar: Ein bißchen viel Kopf – dafür wenig Herz und keine Haltung.

3. Thema Mission:  Es soll wirklich geredet werden mit den Menschen da draußen im Lande.
Kommentar: Ob die Leute aus dem EKD-Raumschiff das hinkriegen, wo sie doch so bürgernah formulieren können?

4. Thema Ökumene: Wenn ihr Katholen uns gut findet, dann finden wir Evangelen euch auch gut. Wir wollen viel gemeinsam und viel ohne die machen, äh, also wie immer eigentlich.
Kommentar: Von den Katholiken lernen, heißt verlieren lernen. Gerade hat der Papst ein Papier unterzeichnet, das die Leitung von Gemeinden durch Laien untersagt.   

5. Thema Digitalisierung: Den guten alten Gemeindebrief kannste vergessen. Gut ist, was gesummt, Entschuldigung, gezoomt werden kann.  Und irgendwie kommt dann noch Analoges dazu, so dass wir beides verrühren können.
Kommentar: Das Medium ist die Message. Aber wir haben doch schon eine.

6. Thema Kirchenentwicklung: Es wird bunter und unübersichtlicher.  Zitat: Unverbunden agierende, selbstbezügliche Institutionen und Arbeitsbereiche auf allen kirchlichen Ebenen werden aufgegeben.
Kommentar: Hört, hört! Die EKD will sich selbst abschaffen.

7. Thema Zugehörigkeit: Scheißegal, ob du Mitglied bist oder nicht – Hauptsache, du kommst mal vorbei und machst mit.
Kommentar: Wenn das man nicht in die Hose geht und sich die letzten Mitglieder auch noch verabschieden, wo man doch alles umsonst haben kann.

8. Thema Mitarbeitende: Unser Personal ist kacke und muss unbedingt geschult werden. Ehrenamtliche können auch was, ja, eigentlich mindestens so viel wie unsere schrottigen Beruflichen.  
Kommentar: Gegen neoliberales Denken scheint es EKD-intern noch immer keinen Impfstoff zu geben.

9. Thema Leitung: Genug gelitten! Leitung soll nicht leiten, sondern Rahmen klöppeln, nach innen viel reden und nach außen den großen Profilmax markieren.
Kommentar: Am Ende sehnt man sich doch nach einem Papst, und wenn man den schon nicht kriegen kann, dann wenigstens nach einer Margotkäßmann.

10. Thema Strukturen: Der verfetteten Verwaltung geht es jetzt an den Kragen, die muss schlanker werden. Und die steifgewordenen Gemeinden kriegen einen Yoga-Kurs verpasst, so dass sie mit jedem neuen gesellschaftlichen Trend mithalten können.
Kommentar: Lustig, dass ausgerechnet die EKD von zu viel Verwaltung spricht.

11. Thema EKD/Landeskirchen:  Wir machen unseren Traum jetzt wahr! Die EKD an die Macht!
Kommentar: Ich hätte da einen ganz anderen Vorschlag, mit dem sich sehr viel Geld einsparen ließe.

Übrigens, ist es euch aufgefallen?
In den Leitsätzen findet sich nicht ein Satz zu Kindern und Jugendlichen, und das beim Thema Zukunft.
Ich glaube, die Zukunft hasst Leute, die ihr vorschreiben wollen, wo es langgeht und zugleich noch heimlich davon träumen, sie in den Griff zu bekommen.

So ist nur Folgendes noch zu bemerken:

Zum Glück entdeckte die Zukunft gerade noch rechtzeitig, was man mit ihr vorhatte, und entschwand aus den Hallen der EKD und nahm die Gegenwart gleich mit. So war die EKD von einem auf den anderen Tag Vergangenheit.  

Vorwarnung: das wird ein langer Artikel – ist aber wichtig!

Corona comes back! Die Fallzahlen steigen, überall. Eine zweite Welle droht.
Und dann?
Alles wieder auf Start? Kinder und Jugendliche zurück in den elterlichen Raum?

Nein, so wie beim ersten Mal darf es nicht wieder werden!

Verschiedene Vertreter aus Kirche und Gesellschaft haben sich Gedanken gemacht und eine Initiative Niedersächsischer Ethikrat gegründet. Ihr gehören an: Diverse Kirchenleute aus den beiden großen Kirchen, darunter unser Landesbischof Ralf Meister, die Präsidentin der Ärztekammer und Professoren verschiedener Fachbereiche.

Eine hochkarätige Besetzung also, die vielleicht etwas in Gang setzen kann in den politischen Entscheidungsfindungen. Sie alle eint die Überzeugung, dass bei dem nächsten Ausbruch nicht wieder über die Köpfe der Bürger*innen entschieden werden darf. Bedeutende  gesellschaftliche Gruppen der Gesellschaft sind in die Entscheidungsprozess einzubeziehen.

Der für uns wichtigste Beitrag stammt von Jürgen Manemann, Direktor des Forschungsinstituts für Philosophie Hannover. Sein Blick richtet sich auf Kinder und Jugendliche – und das nicht nur im Hinblick auf Schule und Bildung.

In einem fünfseitigen Papier Mehr Perspektiven für junge Menschen in der Corona-Krise schlägt er vor, partizipative Verfahren stärker in den Blick zu rücken und ethische Perspektiven politischen Handelns für Niedersachsen aufzuzeigen. 
Es scheint so, als wäre das, was wir seit langem fordern, plötzlich in den klugen Köpfen angekommen.

Besser spät als nie!

Nun liegt es an uns Beruflichen, an der Evangelischen Jugend, der aejn sowie dem Landesjugendring, den Gesprächsfaden aufzunehmen und möglichst viele junge Menschen zu aktivieren. Man darf die Erwachsenen jetzt nicht allein machen lassen!

Die 5 Kernthemen des Papiers sowie eine Auswahl der sie begleitenden Fragen:

  1. Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene sind nicht nur Adressaten staatlicher Maßnahmen, sondern aktiv zu beteiligende Mitglieder der Gesellschaft.
     Wie kann die Partizipation der Betroffenen in der jungen Alterskohorte und ihre Teilhabe am politischen Prozess besser realisiert werden? Welche schon bestehenden Initiativen können dafür fruchtbar gemacht werden?
  2. Die Lebens-, Entwicklungs-und Bildungschancen von jungen Menschen müssen deutlich verbessert werden.
    Wie können junge Menschen bessere Chancen auf ein eigenes soziales Leben erhalten und wie kann ihnen mehr Teilhabe am öffentlichen Leben ermöglicht werden?
  3. Die in der Krise über die Maßen geforderten Familien brauchen mehr Unterstützung und Entlastung.
    Kann „die Familie“ angesichts der vielfältigen Familienformen und der Teilhabe an außerfamiliären Bildungs-und Lebensprozessen wirklich den Rückhalt bieten und geben, der ihr abgefordert und zugemutet wird?
  4. Ein tendenziell stigmatisierendes Verständnis von Risiko und Risikogruppen muss überwunden werden.
    Wie kann ein inklusives Vorgehen aussehen und Stigmatisierung verhindert werden?  Mit welchen Maßnahmen kann jenseits von Verboten für risikoarmes Verhalten geworben werden?
  5. Verantwortung muss stärker gemeinsam getragen werden.   
    Die Fragen lauten: Wie kann auf allen Ebenen gemeinsam Verantwortung geschultert werden, so dass an die Stelle von Aussagen wie: „Das geht aber nicht! Das könnte gefährlich werden“, Fragen treten können wie: „Was kann gehen? Was braucht ihr dafür? Wie bekommen wir das gemeinsam hin?“

Hoffen wir mal, dass die Initiative kein Elite-Zirkel bleibt, sondern dass es gelingt, zumindest die organisierten Gruppierungen von Jugendlichen einzubinden, ihnen zuzuhören und sie wirklich mitbestimmen zu lassen.
Ob das geschieht, liegt auch in unserer Hand.

Verdammt, die Jugend!

Der Langenscheidt-Verlag hat eine gute Idee gehabt. Das Jugendwort des Jahres soll in diesem Jahr nicht von einer Erwachsenenjury gekürt werden, sondern von den Jugendlichen selbst.

Das ist ziemlich in die Hose gegangen.
Jedenfalls  aus Sicht der Erwachsenen.

Denn das meistgenannte Wort war Hurensohn.
Au weiah!

So würde ich nicht mal Donald Schlumpf bezeichnen, auch wenn ich weiß, dass diese Bezeichnung inzwischen dabei ist, sich von einem Schimpfwort zu einer Art Ehrentitel zu wandeln.

Doch hat sich das noch nicht richtig herumgesprochen. Und ich stelle mir mit Schrecken vor, wie es wäre, wenn die Evangelische Jugend einen kirchlichen Würdenträger begrüßt mit den Worten: „Wir freuen uns sehr, dass XY heute bei uns ist, dieser alte H…“

So haben auch die Erwachsenen bei Langenscheidt gedacht und freundlich abgewunken. „Nee, liebe Leute, das wird nix.“
Aber es gibt Alternativen: Mittwoch zum Beispiel (Mittwoch?), wyld, Brüh, no front oder Schabernack.

Bis zum 10. August könnt ihr noch Vorschläge einreichen (hier klicken). Anfang Oktober wird dann bekannt gegeben, wer das Rennen gemacht hat.

Und was lernen die Erwachsenen aus dieser ganzen Geschichte?
Dass in aller Verlässlichkeit auf euch kein Verlass ist, ihr unzuverlässigen Jugendlichen!
Da haben sie sich so etwas Schönes ausgedacht, und dann macht ihr alles kaputt mit eurem schrägen Humor.
Lustig darf man schon sein, aber alles hat Grenzen. Das ist nicht zum Lachen!
Man sieht einfach, wie unreif ihr noch seid, während sie lauter vernünftige Entscheidungen treffen und die Welt zu dem gemacht haben, was sie jetzt ist.

Oh, mein Gott!

Unzuverlässig und unvernünftig ist manchmal vielleicht gar nicht so schlecht. Seid wyld, Brühs, besonders am Mittwoch und treibt ordentlich Schabernack. No front!

Übrigens ist derzeit ein neues Wort im Umlauf, das gerade durch die Decke geht:
Zensurensöhne.

Person, Frau, Mann, Kamera, TV.

Donald Shrimp (der Name wurde zum Schutz der Person wie immer geändert), Präsident der USA, hat einen Test gemacht und davon erzählt.
Er musste folgende Wortreihe wiederholen:  Person, Frau, Mann, Kamera, TV, was er tadellos hinbekam.
Außerdem musste er benennen: eine Schlange, einen Elefanten, ein Krokodil, was er ebenfalls ohne Fehl und Tadel löste. Wir sind beeindruckt.
Es kommt noch besser. Nach ca. 20 Minuten wurde er abermals nach der Wortfolge gefragt, und wieder, sozusagen wie aus einem Gewehr der Rifle Association geschossen, knallte er den Untersuchenden die Wortfolge hin.
Die waren verblüfft.

Und als sie ihn 10 Minuten später abermals befragten und Mr. Shrimp ihnen wiederum die korrekte Antwort servierte, waren sie schier aus dem Häuschen.
Shrimp in dem Interview mit seinem Lieblingssender Fox News:  „Dann sagen die: Das ist erstaunlich! Wie haben Sie das gemacht? Und dann sage ich, ich habe ein gutes Gedächtnis. Ich bin kognitiv da.“ Die Ärzte hätten ihm auch gesagt, „nur sehr wenige Leute schaffen das. Nur sehr wenige Menschen begreifen das.“

Klar. Kriegt sonst keiner hin. Zumindest niemand, der dement ist. Denn dafür ist der Test gemacht, den Donald, die alte Garnele, so glorreich bestanden hat. Es handelt sich um den „MoCa-Test“, MONTREAL COGNITIVE ASSESSMENT, der bei Personen durchgeführt wird, die Anzeichen von Demenz zeigen.
Am Ende des Tests gibt es noch Fragen, die anzeigen, ob eine Person sich orientieren kann:
Datum – Monat – Jahr – Tag – Ort – Stadt

Wie gesagt, Donald konnte alles beantworten und brillierte bei der Wiederholung der Wortfolge. Mehr braucht es nicht, um Präsident zu sein. Ist ja auch ein einfacher Job.

Wer Lust hat, sich mit Donald Superbrain zu messen, kann ja selbst mal in den Test schauen (hier klicken). Ihr werdet sehen, wie schwer das ist.  

Person. Mann. Äh…