Leere

Ich muss noch einmal raus am Abend. Zu viele Stunden im Haus sind nicht meine Sache.
Es dämmert bereits, der Himmel ist von Abendwolken übersät. Hinterm Lindener Hafen bäumt sich ein letztes Leuchten auf.
Während ich so vor mich hingehe, fällt mir mit einem Mal auf, dass ich ganz allein bin. Kein Mensch begegnet mir auf meinem Weg. Die Straßen liegen verlassen da. Das Leben hat sich zurückgezogen. In den meisten Häusern brennt Licht.
Wird uns die öffentliche Leere eine Lehre sein? Werden wir nach Corona anders leben als davor? Oder werden wir einfach vergessen? frage ich mich, während ich meine einsame Runde fortsetze.
An der Unterführung stoße ich auf ein Graffito. Es leuchtet  neongrün im Lampenlicht:
Das Leben ist eine herrliche Erfindung!
Ja, etwas Besseres gibt es nicht!  Achten wir also gut darauf. Gemeinsam!  

Experimente im Supermarkt

Wir haben euch ja um eigene Blog-Einträge gebeten, weil unser Ziel ist, ein großes Corona-Tagebuch zu schreiben, das aus vielen Stimmen besteht. Hier kommt ein Beitrag von Cornelia Dassler.

Experiment 1

Ich muss am Abend einkaufen. Falls wir nicht mehr rauskönnen, brauchen wir etwas zu essen. Kühlschrank ist leer und die Reserven sind ziemlich aufgebraucht. In den letzten Wochen war ich kaum zuhause. Und ich will ja keine Lebensmittel wegwerfen. Jetzt werden wir wohl bald viel Zuhause sein, brauchen mehr als sonst.

Mein Einkaufswagen füllt sich auch ohne Hamsterkäufe mit einem Wocheneinkauf. An der Kasse lasse ich einen Mann vor, der auf seinem Arm (letzte Woche ging das noch) wenige Dinge trägt. Ein vergleichsweise bescheidener Einkauf, ich kann es an den Dingen ablesen: Es ist nur das aller- allernötigste.
Während wir noch warten fragt er etwas, was ich kaum verstehe  – er spricht russisch, wenige Brocken englisch, noch weniger deutsch.
An der Kasse möchte er mit dem Handy bezahlen, aber es klappt nicht. Die junge Kassiererin ist freundlich, will helfen, aber die Verständigung klappt nicht. Es geht um 5 € und ein paar Cent. Ich hole mein Portemonnaie aus der Tasche.
„No , No…“ sagt der Mann und versucht verzweifelt zu klären, warum er nicht mit dem Handy bezahlen kann. Ich lege die exakte Summe hin. Der Mann bedankt sich unsicher und geht. Auch die Kassiererin bedankt sich bei mir.
Als ich abwinke, weil es ja nun wirklich nur eine kleine Spende war, sagt sie nur: „Auch das hätten die meisten nicht gemacht“.

Warum eigentlich nicht? denke ich verwirrt, das ist doch etwas Schönes, was ich jetzt und hier mal tun kann.  

#gibhoffnungdeingesicht

„Bei mir helfen KEKSE gegen schlechte Laune – häufig zumindest. Warum nicht auch online zum gemeinsamen Kekse essen verabreden… Oder welche selber backen und den Nachbarn vor die Tür stellen?“

„Gib der Hoffnung (D)ein Gesicht
Überraschend, verrückt? Oder seriös, fröhlich, verträumt?
Zeig Dich, so wie Du Dich jetzt gerade am liebsten zeigen willst, um der Hoffnung (D)ein Gesicht zu geben. Mach mit und infiziere andere mit Deiner Hoffnung. Lasst uns beweisen, dass exponentielles Wachstum auch gute Folgen haben kann.
Sendet Eure Fotos bitte an glaubejugendhoffnung@ejh.de oder blaffert@kirchliche-dienste.de Wenn Ihr wollt, könnt Ihr Eurem Foto noch einen kurzen Text beifügen (Ein- oder Zweizeiler). Je mehr mitmachen, desto besser!!! Oder Ihr postet das Euer Bild auf Eurem Instagram-Kanal mit dem Hashtag #gibhoffnungdeingesicht

Ein altes schönes Wort

Deutschland im Sondermodus. Es hat ein bißchen etwas von Schockstarre. Als ob ein ganzes Land in den Schlaf gefallen wäre.
Leere Straßen, verwaiste Plätze , kaum noch Verkehr.

Das Versammlungsverbot gilt erst seit wenigen Tagen, und schon wird es den ersten zu viel! In Politik und Wirtschaft mehren sich Stimmen, die eine Lockerung oder Aufhebung fordern. Als ob das Virus sich bereits verabschiedet hätte oder von den Maßnahmen tief beeindruckt wäre.

Geduld ist gefragt! Vielleicht die wichtigste Fähigkeit im Augenblick. Sie bewahrt uns davor, in hektische Betriebsamkeit zu verfallen. Geduld ist das „ ruhige und beherrschte Ertragen von etwas, was unangenehm ist oder sehr lange dauert,“  sagt der Duden.

Ich finde, Geduld ist noch mehr. Und vor allem ist sie nicht passiv. Sie ist ausdauernder Widerstand gegen das, was das Leben beeinträchtigt.  Sie ergibt sich den bestehenden Zuständen nicht, sondern schafft eine neue Wirklichkeit.

Plötzlich fällt mir ein Wort ein, das mir noch besser gefällt und das ich noch passender finde. Ich habe es lange nicht mehr verwendet: Langmut. Das klingt nun besonders fein nach in meinen Ohren: ein Mut, der ausdauernd ist und gleichzeitig gelassen. Langmut ist die aktive Form von Geduld.

Lasst uns mutig sein mit langem Atem. Halten wir daran fest, bis dem Virus die Luft ausgeht.

emoji-Quiz

Die Evangelische Jugend Nienburg veröffentlicht täglich gegen 11 Uhr ein Rätsel auf Facebook (@evjnienburg) und Instagram (@evju.nienburg). Zu erraten sind Bibelgeschichten, Filmreihen o.ä., die durch Emojis dargestellt werden.

#kurznachgedacht

Die Evangelische Jugend Schwarmstedt hat einen neuen Podcast: Jeden Tag um kurz nach 18 Uhr gibt es einen kleinen Beitrag.

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Jan und Julia – der Talk

Die Evangelische Jugend Leine-Solling ist bei youtube für ihre Jugendlichen da: Beim KreuzaufKugelTV gibt es Talkrunden mit Jan und Julia und jeden Sonntag einen Gottesdienst.

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