Wählen

Pest oder Cholera?
Tod oder Verderben?
Laschet oder Söder?

Wir können entscheiden – aber wir haben keine Wahl.

Häng dich auf, und du wirst es bereuen, sagt Sören Kierkegaard, um dann hinzuzufügen:.
Häng dich nicht auf, und du wirst es ebenfalls bereuen.

Unsere gegenwärtige Situation scheint dem zu gleichen. Was immer wir tun, ändert wenig am Ergebnis.  Es gibt nicht das gute Gefühl, jetzt die richtige Entscheidung getroffen zu haben. Wir bewegen uns im Zwielicht.

Manche in kirchenleitender Verantwortung bezeichnen sich als erschöpft. Die Armen!

Das ist aber nicht ihre Aufgabe. Und es ist auch nicht unsere Aufgabe, dass wir uns gegenseitig bemitleiden.  Unsere Aufgabe ist es, Widerstand zu leisten:

  • Gegen die Besserwisserei
  • Gegen die Mutlosigkeit
  • Gegen die Erstarrung
  • Gegen die Phantasielosigkeit
  • Gegen die Kraftlosigkeit
  • Gegen den Egoismus
  • Und gegen den Rückzug in die Wagenburg

Wir müssen das nicht aus eigenen Kräften leisten. Das würden wir auch nicht schaffen. Es gibt ein Reservoir, auf das wir zurückgreifen können. Es gibt eine Grunderfahrung, die Menschen vor uns gemacht haben und die wir mit ihnen teilen können. Alles eine Frage des Glaubens.
Psalm 46 formuliert diese Erfahrung wie folgt.

2 Gott ist unsre Zuversicht und Stärke, eine Hilfe in den großen Nöten, die uns getroffen haben.
3 Darum fürchten wir uns nicht, wenngleich die Welt unterginge und die Berge mitten ins Meer sänken.

Mittlerweile sinken die Berge ins Meer – die Eisberge jedenfalls.
Es besteht reichlich Anlass, sich Sorgen zu machen oder in Panik zu geraten.
Aber wir fürchten uns nicht, weil Gott unsere Zuversicht und Stärke ist. Weil das Kreuz ein Lebenszeichen ist – und nicht das Siegel des Todes.

Wer sich nicht fürchtet, kann handeln – klug handeln. Auch wenn die Berge wanken.
Ob sich der Aufwand lohnt?

Ich antworte mit einem Glaubens-Haiku aus einer Schreibwerkstatt. Es drückt ein Lebensgefühl aus, das ich gut teilen kann.

Alles vergeblich?
Gott lacht und sagt: von wegen.
Alles nur umsonst!

Bleibt zuversichtlich!

Wolfgang Blaffert

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