Ein altes schönes Wort

Deutschland im Sondermodus. Es hat ein bißchen etwas von Schockstarre. Als ob ein ganzes Land in den Schlaf gefallen wäre.
Leere Straßen, verwaiste Plätze , kaum noch Verkehr.

Das Versammlungsverbot gilt erst seit wenigen Tagen, und schon wird es den ersten zu viel! In Politik und Wirtschaft mehren sich Stimmen, die eine Lockerung oder Aufhebung fordern. Als ob das Virus sich bereits verabschiedet hätte oder von den Maßnahmen tief beeindruckt wäre.

Geduld ist gefragt! Vielleicht die wichtigste Fähigkeit im Augenblick. Sie bewahrt uns davor, in hektische Betriebsamkeit zu verfallen. Geduld ist das „ ruhige und beherrschte Ertragen von etwas, was unangenehm ist oder sehr lange dauert,“  sagt der Duden.

Ich finde, Geduld ist noch mehr. Und vor allem ist sie nicht passiv. Sie ist ausdauernder Widerstand gegen das, was das Leben beeinträchtigt.  Sie ergibt sich den bestehenden Zuständen nicht, sondern schafft eine neue Wirklichkeit.

Plötzlich fällt mir ein Wort ein, das mir noch besser gefällt und das ich noch passender finde. Ich habe es lange nicht mehr verwendet: Langmut. Das klingt nun besonders fein nach in meinen Ohren: ein Mut, der ausdauernd ist und gleichzeitig gelassen. Langmut ist die aktive Form von Geduld.

Lasst uns mutig sein mit langem Atem. Halten wir daran fest, bis dem Virus die Luft ausgeht.

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