Regula Jantos, referentin für Öffentlichkeitsarbeit

Das letzte Licht

In seinem Buch „What if? Was wäre wenn?“ beschäftigt sich Randall Munroe mit hypothetischen Fragen. Zum Beispiel damit, welches Licht am Ende noch leuchten wird, wenn die Menschheit schon lange ausgestorben ist. Er kommt nach einer langen wissenschaftlichen Beweiskette zu einem Ergebnis: Noch mehrere Jahrhunderte nach uns Menschen wird unser giftigster Müll – atomare Abfallprodukte – noch leuchten.

Das macht mich sprachlos. Doch dann habe ich etwas, das ich dagegen setzen kann:
Jesus Christus spricht: Ich bin das Licht der Welt.

Und dieses Licht wird alles überdauern.

Iris Feigel, Referentin für die Arbeit mit Kindern

Ich rede mit einer Kollegin darüber, wie langsam wir oft vorankommen und wie mühsam manche Themen sind. Die Frage, ob es sich lohnt.

Und dann fällt ein Satz: „Am Ende kommt eine bessere Welt dabei raus!“ Den kenn ich doch irgendwo her?
Wir haben hier keine bleibende Stadt, aber die kommende suchen wir.“ Hebräer 13,14

Bilder: Wolfgang Blaffert, Roland Geisheimer

Vertrauen ist immer auch Widerstand gegen das, was uns bedrückt.

Corona-Rundmail aus dem Landeskirchenamt

An die Kirchenvorstände und Pfarrämter (über die Superintendenturen)
An die Kirchenkreisvorstände und Superintendenturen
An die Leitungen der landeskirchlichen Einrichtungen

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Schwestern und Brüder,
In dieser Woche geben die Verabschiedung der SARS-CoV-2-Arbeitsschutzverordnung der Bundesregierung sowie unterschiedliche Umgangsweisen der örtlichen Behörden mit der Corona-Landesverordnung Anlass für diese Rundmail.

Zur Arbeitsschutzverordnung:
Am 27. Januar 2021 ist die SARS-CoV-2-Arbeitsschutzverordnung der Bundesregierung in Kraft getreten. In dieser Verordnung werden zunächst für einen bis zum 15. März 2021 befristeten Zeitraum zusätzliche Maßnahmen des betrieblichen Arbeitsschutzes festgelegt, die von allen Arbeitgebern verbindlich umzusetzen sind. Es geht hier insbesondere um Maßnahmen zur Reduzierung von Kontakten im dienstlichen Kontext. Für den Bereich der Kirchengemeinden dürften hiervon insbesondere die Organisation der Arbeit im Pfarrsekretariat, die Sitzungstätigkeit und Durchführung von Besprechungen betroffen sein. Bei Bedarf sind den Mitarbeitenden medizinische Gesichtsmasken (sog. OP-Masken) oder Masken mit FFP2/KN95/N95-Standard ohne Ausatemventil) zur Verfügung zu stellen. Alle Details, die für Sie im kirchlichen Kontext wichtig sind, haben wir im aktualisierten „Hygienekonzept für Gemeindehäuser und kirchliche Gebäude“ zusammengestellt. Die Änderungen sind grün gekennzeichnet. Weitere Informationen zur SARS-CoV-2-Arbeitsschutzverordnung finden Sie hier. Mitarbeitende ihres Kirchen(kreis)amtes haben auf diesem Feld inzwischen weitreichende Erfahrungen, so dass Sie auch dort Unterstützung erfahren können.

Zu Hygienekonzepten für Friedhöfe:
Seit Inkrafttreten der aktuellen Corona-Verordnung des Landes Niedersachsen sind Gottesdienste und Andachten über zehn Personen bei den zuständigen örtlichen Behörden anzuzeigen. Vor Ort werden sehr unterschiedliche Erfahrungen mit dieser Vorschrift und der praktischen Umsetzung gemacht, dies legen zumindest die verschiedenen Berichte nahe, die uns erreicht haben. Es hat sich herausgestellt, dass vereinzelt Kommunen auch erwarten, dass geplante Trauerfeiern auf kirchlichen Friedhöfen angezeigt werden. Für den Fall, dass Ihre Kommune ein solches, speziell auf die Friedhofssituation bezogenes Hygienekonzept erwarten, haben wir ein „Muster-Hygienekonzept Friedhof“ entworfen. Somit können Sie dieses Hygienekonzept, das bei allen Trauerfeiern einzuhalten ist, den Behörden zur Verfügung stellen.

Falls Sie hierzu Fragen haben, wenden Sie sich bitte per Email an Stefan Riepe, Fachplaner für Besuchersicherheit und Hygienebeauftragter für Veranstaltungen in der Evangelischen Medienarbeit (stefan.riepe@evlka.de).
Mit einem Dank an Veronika Stein (Koordinatorin für Arbeits- und Gesundheitsschutz, LKA Hannover) und Stefan Riepe für die Ausarbeitungen der Konzepte grüße ich Sie herzlich
Ihr Ralph Charbonnier

Krippenspiele in Coronazeiten

Unglaublich, wie viele tolle Ideen es gibt, um auch in Zeiten der Kontaktbeschränkungen und Abstandsregeln Krippenspiele zu ermöglichen! Als Video, Stationenweg oder großes Lagerfeuer, open air, als Hörspiel, Liveübertragung, inklusiv oder bei Instagram. Das Presse-Team der hannoverschen Landeskirche stellt gerade eine Übersicht zusammen, was wo läuft. Ist Euer Angebot schon dabei?

Krippenspiele in der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers

Kein Lockdown für die Jugendarbeit

Kommentar von Landesjugendpastorin Cornelia Dassler zur Situation Jugendlicher und der Evangelischen Jugendarbeit

Erneut fährt das öffentliche Leben herunter. Kinder und Jugendliche müssen oder dürfen oder brauchen nicht mehr zur Schule zu gehen und müssen erneut ihren Alltag, ihre sozialen Kontakte anders organisieren – wenn sie denn die Möglichkeiten dazu haben. Inzwischen wissen wir, dass Jugendliche unterschiedlich gut mit dieser Situation zurechtkommen, abhängig von ihrem Alter und den sozialen Rahmungen.
Allzu leicht gerät aus dem Blick, dass junge Menschen nur abhängig von Erlaubnissen und gewährten Ressourcen – wie etwa Räumen – die Kernaufgaben ihres Heranwachsens bewältigen können. Die ihnen gesellschaftlich abverlangten Leistungen der Selbstpositionierung, Qualifizierung und Verselbständigung brauchen eigene Erfahrungsräume. Ohne diese kann es nicht angemessen gelingen, sozial und beruflich handlungsfähig zu werden und Verantwortungsübernahme zu erproben. Stattdessen bleiben Fragen offen: Wo gehöre ich hin? Wo finde ich mich wieder, wenn ich mich überwiegend allein zurechtfinden muss?

Kinder und Jugendliche brauchen soziale Räume

Die erste Auswertung einer neue Studie der Jugendforschung (JuCo 2) hält als einen wesentlichen Punkt fest: „Das Wegfallen von sozialen Räumen mit den Peers verändert den Jugendalltag grundlegend. Es nimmt den jungen Menschen auch alltägliche Bewältigungsmöglichkeiten, die für den psychosozialen Ausgleich in dieser Lebensphase zentral sind.“
Auf die Frage, warum Jugendarbeit und Kirche Dinge anbieten dürfen, die nach sonstigen Regeln schwierig oder untersagt sind, gibt es unser Meinung nach eine klare Antwort: Gerade weil formale Bildung an Schulen, Hochschulen usw. nur eingeschränkt oder rein digital stattfinden kann und darf, sind andere soziale Räume der Begegnung wie die der nonformalen Arbeit mit Kindern und Jugendlichen wesentlich für das Aufwachsen von Kindern und Jugendlichen.
Als zweiten wesentlichen Punkt hält die JuCo 2 fest: „Erwachsene stehen in der Verantwortung, den jungen Menschen Räume zu schaffen und in den Dialog zu treten, um mit den jungen Menschen Jugend 2021 zu gestalten.“ Das sollten wir aus der Jugendarbeit umsetzen und allen jungen Menschen, Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen einmal mehr Räume eröffnen, Angebote machen und die Ressourcen verstärken.

Zustimmung und Belastung widersprechen sich nicht

Eine große Mehrheit der jungen Menschen begrüßen die Einschränkungen. Das zeigen Daten der neuesten Forsa-Umfrage. Gleichzeitig macht das Bundesjugendkuratorium in einem Zwischenruf vom 15. Dezember darauf aufmerksam: Viele Jugendliche blicken mit Angst und Sorge in die Zukunft.
Die Zustimmung einerseits und die zunehmenden Anzeichen von Belastung andererseits  sind kein Widerspruch. Gerade weil Jugendliche die Einschränkungen akzeptieren, wirken sie sich auf ihr Befinden aus und fördern entsprechende Syndrome wie eine inzwischen festgestellte erhöhte Quote von Depressionen. Obwohl Kinder und Jugendliche mit der Situation umgehen und sich ihr in gewisser Weise gewachsen zeigen, müssen wir dennoch das riskante Potenzial sehen und entsprechend handeln. Es gilt, die Bedürfnisse von Kindern und Jugendlichen wahrzunehmen und nicht irgendwann später einmal auf nachgewiesene Defizite zu reagieren.

Situation in den Kreisjugenddiensten

Seelsorge ist wichtiger denn je. Das berichten Kirchenkreisjugendwart*innen aus der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers diese Woche in einer Videokonferenz mit Landesbischof Ralf Meister. Die Kontakte zu den kirchlichen Mitarbeitenden werden mehr als früher für seelsorgliche Gespräche genutzt.
Deutlich sichtbar ist die Sorge um die Zukunft. Die Frage nach persönlichen Plänen, ein FSJ, eine Ausbildung, der Beginn eines neuen Abschnitts an der Schule oder Hochschule zeigt überall große Unsicherheit. Auch die Planungen der Jugendarbeit beinhalten Fragezeichen und gestalten sich landeskirchenweit unterschiedlich. Manche für nächsten Sommer geplanten Maßnahmen sind bereits ausgebucht, in anderen Regionen ist Zurückhaltung bei den Anmeldungen spürbar. Die Frage, was möglich sein wird, steht im Raum.

Gemeinsam Hoffnung leben

Mit den Ambivalenzen in dieser Zeit umzugehen, ist für alle schwierig. In den Herausforderungen liegt aber auch die Chance, den diakonischen und seelsorglichen Auftrag in der Jugendarbeit intensiv zu erfahren und neu zu entdecken. Wir können gemeinsam mit den Jugendlichen Hoffnung leben und diese verbreiten. Dazu gehört es, die Unsicherheiten gemeinsam auszuhalten. Darin wird der tiefe Sinn von christlicher Gemeinschaft neu spürbar und der Wert all dessen, was gemeinsam möglich ist. Gemeinsam statt allein – genau das macht den Wert der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen aus.

Weiterführende Links

„JuCo 2“ – Studie vom Forschungsverbund „Kindheit – Jugend – Familie in der Corona-Zeit“ der Universitäten Hildesheim und Frankfurt

epd-Bericht zur Forsa-Umfrage

Zwischenruf des Bundesjugendkuratoriums

Soul Play – Online-Tutorials für dein Instrument!

Musikschulen sind dicht, die privaten Musiklehrer dürfen keinen Präsenzunterricht mehr geben. Trotzdem kannst Du weiterhin musizieren: Mit Soul Play hat die Evangelisch-lutherische Landeskirche Hannovers für Dich ein attraktives und umfangreiches Onlinetool im Angebot. Ob Piano, Gitarre, Bass oder Schlagzeug – für jedes dieser Instrumente gibt es detaillierte Lehrvideos nebst Begleitmaterial sowie spezielle Inhalte wie Bandarbeit (Song-Cafe), Timing workouts oder drum tuning. Und das Beste daran: Egal ob Du Einsteiger oder schon fortgeschritten bist, als Nutzer*in aus unserer Landeskirche bist Du kostenlos dabei!
Wer direkt loslegen möchte, kann sich unter www.soul-play.de mit dem Registrierungscode 827934 direkt anmelden.

Flüsterfragen

Fragen, über die man nur im Flüsterton spricht – rund um Glaube und Religion. Sie werden im Podcast #flüsterfragen von den Diakonninen Julia Grote und Elske Gödeke beantwortet.

Link

„InsSpiriert“

Hannovers Jugendkirche wird neuer Co-Working Space

In der Jugendkirche in Hannover gibt es einen neuen Co-Working Space. An zwei Tagen in der Woche werden Stromkabel verlegt und Möbel bereitgestellt, damit sich die Besucher in der Kirche einen Arbeitsplatz einrichten können. „InsSpiriert“ nennt das Team rund um Daniela Klockgether ihr Angebot. „Wir wollen, dass die Menschen zu uns kommen und inspiriert wieder gehen“, sagt die Diakonin. Von ihr stammt die ursprüngliche Idee. „Ich finde es sinnvoll, den Raum zu nutzen, wenn er gerade nicht gebraucht wird.“ Mittlerweile gibt es neben der Diakonin ein 9-köpfiges Team aus Jugendlichen, die sich ehrenamtlich um den Co-Working Space kümmern.

Die 21jährige Vivian Vollmann Tinoco unterstützt den neuen Co-Working Space. Bild: Regula Jantos

„Wir wollen einen Raum schaffen für Menschen, denen es im Homeoffice zu einsam wird. Hier finden sie Austausch mit anderen“, erklärt Vivian Vollmann Tinoco aus dem Co-Working Team. Auch bei Studenten wächst der Bedarf an Arbeitsraum mit frei zugänglichem Wlan, seit die Universitäts-Bibliotheken ihr Angebot coronabedingt eingeschränkt haben. Doch der Raum sei nicht nur offen für Menschen, die am Computer arbeiten, betont Vollmann Tinoco. Jeder, der mit maximal einer Tischbreite auskommt, sei willkommen. Für Gruppen bis zu sechs Personen gibt es zwei separate Räume. Im Pausenbereich stehen Kaffee und Getränke gegen eine Spende bereit. Das Mobiliar können sich die Besucher selber zusammenstellen, es gibt Tische, Stühle und Hocker. Seinen Platz wählt jeder frei im Kirchenraum. Wer eine Pause braucht, kann sich mit einem Sitzsack hinter einen Vorhang zurückziehen. „Beim ersten Videocall war es schon merkwürdig mit den Buntglasfenstern im Hintergrund“, berichtet Vollmann Tinoco. Mittlerweile fühlt sich die PR-Studentin aus Hannover in der Jugendkirche wie zuhause. Ein Plus sieht die 21jährige darin, dass jetzt auch Menschen hereinkommen, die mit Kirche Berührungsängste haben oder mit Religion nicht viel anfangen können. „Die Jugendkirche war vorher schon gut im Stadtteil integriert. Jetzt bietet sich die Möglichkeit, den sakralen Raum weiter zu öffnen und zusätzlich urbane Bedürfnisse zu erfüllen.“

Das Co-Working Angebot ist kostenfrei. Wer möchte, kann einen freiwilligen Beitrag zum Wlan leisten. Dienstags und donnerstags von 10 bis 17 Uhr ist die Kirche als gemeinschaftlicher Arbeitsplatz geöffnet. Und es gibt bereits Pläne für Erweiterungen: „Wir denken über verschiedene Afterwork-Angebote nach“, verrät Vivian Vollmann Tinoco. „Nach der Arbeit noch gemeinsam zusammensitzen, quatschen, sich austauschen – das würde sicher gut ankommen.“ Zurzeit gibt es bereits an jedem ersten Dienstag im Monat einen Afterwork-Gottesdienst.

Mehr Infos: InsSpiriert